Juli19

Liebe Schwestern und Brüder, liebe Freunde der Gemeinde,

der Jakobus-Brief behandelt die praktischen Auswirkungen des Glaubens. Es geht um gelebten Glauben. Es geht darum, Täter des Wortes (Gottes) und nicht nur Hörer zu sein. Doch vor dem Tun kommt das Hören.

Der Monatsspruch gehört zu einem Textabschnitt, in dem uns das Wort Gottes als selig machende Kraft vor Augen steht. Es ist in uns gepflanzt. Wir sollen es in Sanftmut annehmen und in die Tat umsetzen. Wie viel geistlichen Wachstum wäre möglich, wie viel Scheitern im Glauben könnte abgewendet werden, wenn wir Gottes Reden richtig hörten und die richtigen Taten daraus folgen ließen. Wenn wir bei Entscheidungen fragten: Was sagt Gott in dieser Situation? Was entspricht Seinem Willen?

Schnell zum Hören sein, das Wort in Sanftmut annehmen: Was für das Wort Gottes gilt, gilt auch für das Wort des Mitmenschen. Wie viel gelingende Beziehungen wären möglich, wie viel Streit, wie viel Eskalation von Konflikten könnte abgewendet werden, wären wir mehr zum Hören bereit. Nicht nur auf die Worte an sich, sondern auch auf die Botschaften hinter bzw. zwischen den Worten. Hören mit dem Ziel zu verstehen: was wäre damit gewonnen! Geistlich wie auch zwischenmenschlich.

Der Monatsspruch nennt einen bedeutenden Grundsatz der Seelsorge. Nehmen wir ihn gern auch als Gegenentwurf zur heutigen Debattenkultur. In einem Umfeld, wo verbale Schnellschüsse, zornige und hasserfüllte Reaktionen an der Tagesordnung sind; wo man einander oft das Wort abschneidet, wo der eigene Standpunkt wortgewaltig und rücksichtslos vorgebracht wird, wo aneinander vorbei geredet wird (vom Hören auf Gottes Wort ganz zu schweigen) - in einem solchen Umfeld wirken die Worte des Monatsspruchs als wohl tuende Alternative. Sie sind eine echte Herausforderung. Aber eine, der es sich zu stellen lohnt. Denn so kommen wir Gott - Seiner Weisheit und Geduld - näher. So werden wir Jesus ähnlicher, der sanftmütig und von Herzen demütig war.

Rechtes Hören auf Gott und aufeinander wünscht

Euer Pastor Rainer Kühnel